Alpenüberquerung
21.7. bis 28.7.2000
von Oberstdorf nach Riva del Garda
Hauptdarsteller:
Alexander Lösch
Alexander Neugebauer
Reiner Neugebauer
Walter Lauter
Einleitung
Die Strecke ist eine Kombination aus der allseits bekannten Heckmair-Route und aus einzelnen Tourenbeschreibungen, die Reiner zu einer Hammer-Transalp (18000 hm) verbunden hat. Wir haben als Zeitansatz 8 Tage kalkuliert plus 1 Tag Anfahrt und 1 Tag Rückfahrt. Am 21.7. sind wir früh um 8:00 Uhr in Bad Kissingen in den Zug gestiegen und sehr billig mit dem Bayern-Ticket der Bahn um 14:45 Uhr in Oberstdorf gelandet.
1. Tag:
Strecke: Oberstdorf > Schrofenpaß > Warth > Lech am Arlberg (Ö)
Info: Super Wetter, 20°C auf 1600 Meter. Die Alu-Trittleiter am Schrofenpaß haben wir erfolgreich gemeistert. Der WW41 von Warth nach Lech ist eine reine Schiebepassage. Hier besser die Landstraße nutzen. Heute 2 Std geschoben (Schrofenpaß und WW41 von Warth nach Lech).
Pässe: Schrofenpaß (1687)
Tagesdaten: Start: 15:30 Ziel: 20:00
37 km 1258 hm
2. Tag
Strecke: Lech am Arlberg > Zug > Spuller See > Innerwald > Sonnenkopfbahn > Wasserstubertal > Fuchsschwanzaussichtspunkt > Furkla > St. Gallenkirch
Info: Wieder bestes Wetter, bis 30°C. Den WW ab Zug nicht benutzen, sondern die geteerte Straße zur Ravensburger Hütte. Schiebepassagen: von Lech über Ravensburger Hütte nach Innerwald und zum Grasjoch, insgesamt heute 2,5 Std. Am Etappenziel Sturz von Alexander L. durch einenPlattfuß vorne. Gott sei Dank „nur“ Hautabschürfungen und leichte Prellungen.
Pässe: Stierlochjoch (2011), Sonnenkopfbahn (1841), Furkla/Grasjoch (1975)
Tagesdaten: Start: 8:00 Ziel: 18:00
59 km 2435 hm
3. Tag
Strecke: St. Gallenkirch > Gargellen > Schlappiner Joch > Davos > Dürrboden > Scaletta Paß > S-Chanf (CH)
Info: Heute insgesamt gutes Wetter, außer am Dürrboden ein kurzer Regenschauer. Schiebepassagen heute 2,5 Std, (Schlappiner Joch und Scalettapaß). Super Abfahrt von Scalettapaß nach S-Chanf. Minimaltemperatur 15°C am Scalettapaß, ansonsten zwischen 20 und 30°C.
Pässe: Schlappiner Joch (2202), Scaletta Paß (2606)
Tagesdaten: Start: 8:00 Ziel: 19:15
71 km 2985
hm
4. Tag
Strecke: S-Chanf
> Chaschauna Paß > Livigno > Passo di Fraele > Lago di Cancano >
Bormio > St. Caterina (I)
Info: Ziemlich schlechtes Wetter, kaum Sonne, meist bewölkt, öfters Regen. Am Passo Chaschauna Regen bei 6°C, schwere Schiebepassage aufwärts, aber gute Abfahrt. Schiebepassagen: Chaschauna 1,25 Std, am Alpisella 1 Std , also insgesamt heute 2,25 Stunden. Vom Alpisella super Abfahrt zum Stausee, weiterhin super Abfahrt von Torre di Fraele nach Bormio.
Pässe: Chaschauna Paß (2694), Passo di Alpisele (2200), Passo di Fraele (2097)
Tagesdaten: Start: 8:15 Ziel: 18:30
71 km 2129
hm
5. Tag
Strecke: St. Caterina > Passo di Gavia >
Pezzo > Forcelina di Montozzo > Lago di Pian Palu > Cusiano >
Dimaro
Info: Super Wetter, warm, Sonne und Wolken wechselten sich ab. Am Gaviapaß (2621m) 13°C, am Montozzo (2613m) 18°C. Heute viel Pannen. Bei mir (Walter) Speichenriß ritzelseitig, Reparatur mit Drahtspeiche. An Reiner´s MTB Kugellager der Schwinge verloren, 20m zurück wieder gefunden und wieder eingebaut. Weiterhin Plattfuß bei Reiner. Heute waren es nur 45 Minuten Schiebepassagen. Super Trailanfahrt von Montozzo, tolle Aussicht auf den Lago di Pian Palu.
Pässe: Passo di
Gavia (2621), Forcelina di Montozzo
(2613)
Tagesdaten: Start: 8:50 Ziel: 17:30
76 km 2089
hm
6. Tag
Strecke: Dimaro > Monclassico > Passo le Fraine >
Tuenno > Lago di Tovel
Info: Schon wieder super Wetter, nur Sonne, kaum Wolken. Heute schlechter Tourbeginn, da der Weg von Dimaro zum Passo le Fraine schwer zu finden war. (2 Stunden gesucht und trotzdem nicht gefunden, sondern einen Paß überquert, der 200 m höher war). Schiebepassagen heute gesamt nur 1 Stunde. Der Hinterbaudämpfer von Reiner´s Hot Chilly hat sich in seine Einzelteile zerlegt, konnte aber auch wieder repariert werden. Allgemein hatten wir vier heute einen kleinen „Durchhänger“.
Pässe: Passo le Fraine (1705)
Tagesdaten: Start: 8:30 Ziel: 18:00
51 km 2077
hm
7. Tag
Strecke: Lago
di Tovel > Passo di Groste > Madonna di Campiglio > Val di Agola >
Lago Serbatojo Ponte Pia > Stenico > Ragoli > Tione di Trento
Info: Traumwetter, besser gehts nicht. Den Passo di Groste kann man unterschiedlich beurteilen. Einerseits 4 Std (!) hochschieben, die Abfahrt sehr grobes Geröll. Anderserseits bietet der Paß eine Traumkulisse. Ab Madonna di Campiglio ein toller Wurzelpfad. Der Passo de Gotro (1800) war leicht zu erreichen, die anschließende Abfahrt war anfangs ein Singletrail und später eine lange Teerabfahrt. Schiebepassagen heute ingesamt 5 Stunden. Nach der Abfahrt vom Passo di Groste war an Reiner´s Hinterreifen teilweise die Karkasse sichtbar, der Reifen wurde durch einen neuen ersetzt.
Pässe: Passo di Groste (2442), Lago Serbatojo Ponte Pia (1800)
Tagesdaten: Start: 8:30 Ziel 20:15
63 km 2310
hm
8. Tag
Strecke: Tione di Trento > Breguzzo > Pieve di Bono
> Storo > Bondone > Tremalzo > Pregasina > Riva del Garda
Info: Gutes Wetter, Mittags in Bondone kurzes Gewitter. Gute Teer- und Schotterauffahrt zum Monte Caplone und anschließende prima Abfahrt. Heute nur 30 min Schiebepassagen. Am Schluß des Tages der finale Downhill vom Tremalzo nach Riva. Heute Plattfuß bei Alexander N.. In Riva Probleme bei der Zimmersuche.
GESCHAFFT und GLÜCKLICH
Pässe: Monte Caplone (1850), Passo Tremalzo (1863)
Tagesdaten: Start: 9:00 Ziel: 20:30
107 km 2853 hm
Die Tage danach:
Am 9. Tage sollst du ruhn (oder so ähnlich). Wir jedenfalls haben am nächsten Tag (dies war der 29.7.) einen Relaxtag in Riva eingelegt. Tags darauf sind wir dann mit unseren MTB´s nach Rovereto gefahren, haben dort unsere Bikes nach altbewährter Manier verpackt (Laufräder raus, Sattelstütze rein und alles mit Müllbeutel und Tesafilm verkleidet) und sind um 11:39 per Zug über München nach Bad Kissingen gefahren und dort um 22:10 angekommen Die Zugfahrt von Rovereto nach München hat pro Person 90 DM gekostet, die Strecke München Bad Kissingen sind wir wieder preisgünstig mit dem „schönen Wochenendticket“ gefahren.
Resümee:
Gesamtleistung: 535 km und
18146 Höhenmeter
Wir waren das optimale Team. Das Leistungsniveau war gleich gut. Auch zwischenmenschlich ist alles sehr harmonisch abgelaufen. Gesundheitsprobleme gab es so gut wie keine (außer kleine Stürze). Die technischen Pannen waren gerade noch akzeptabel (Hier war das wichtigste, daß alles reparabel war). Kompliment an Reiner Neugebauer, der eine absolut tolle Transalp ausgearbeitet hat.
Dann bis zur nächsten Transalp im Jahre 2002 ;-)
Walter Lauter
Telefon: 0172/3261935
email:
walter.lauter@gmx.de Stand:
10.08.2000